nun will ich doch auch endlich meinen Reisebericht schreiben.
Ich war mit meiner Mutter und meinem älteren Bruder für eine Woche in Polen, im früheren Ostpreußen. Meine Mutter hat früher dort gelebt und zwar ca. 10 km. von der russischen Grenze zum Gebiet Kalingrad (Königsberg) entfernt.
Am Samstag sind wir nur bis Szczecin (Stettin) gefahren, weil wir keine Ahnung hatten, wie in Polen die Straßenverhältnisse sind und wie lange wir wohl quer durch Polen brauchen würden.
Auch wollten wir nicht hetzen, wir haben uns gesagt: "Wir sind im Urlaub und nicht auf der Flucht"-
Das Hotel in Stettin war sehr ordentlich und sauber (und billig - 3 Einzelzimmer mit Frühstück umgerechnet zusammen knapp 100 Euro!)
Sonntag ging es dann weiter quer durch Polen bis nach Elblag (Elbing) wo wir für eine Woche ein Appartement gebucht hatten. Das Hotel befand sich in einer restaurierten und renovierten Mühle und hätte nach deutschem Standard 4 - 5 Sterne verdient, echt allererste Sahne.
Das Appartement bestand aus 3 Doppelzimmern, einem Salon und 2 Bädern und kostete pro Nacht inclus. Frühstück knapp 150 Euro.
Man hätte auch mit 6 Personen dort wohnen können.
Die Straßenverhältnisse in Polen sind absolut okay, auch auf den Nebenstrecken. Man musste nie Angst haben, dass das Auto die Fahrt nicht heil übersteht.
Am Montag haben wir dann als erstes das Heimatdorf meiner Mutter aufgesucht. Zuerst hat sie dort überhaupt nichts wieder erkannt.
Als wir dann aber die Ruine des alten Gutshauses (was wohl fast mal ein Schloss gewesen sein dürfte) gefunden hatten, kam auch die Orientierung wieder und wir haben dann sogar das Haus gefunden, in dem meine Mutter früher gewohnt hat. Die jetzigen Bewohner waren aber nicht zu Hause, wir haben uns jedoch ein bisschen mit einer Nachbarin unterhalten (mit Händen und Füßen und ein bisschen russisch).
In diesem Dorf ist allerdings die Zeit vor 30 Jahren stehengeblieben und die Arbeitslosigkeit liegt in der Gegend ungefähr bei 25 - 30 %. Das war schon ziemlich trostlos.
Am nächsten Tag waren wir in Frauenburg am Frischen Haff. Das war schon ganz was anderes, da kommen viele Touristen hin und dementsprechend viel wurde da schon renoviert. Die Kirche war sehr beeindruckend, so viel Gold auf einem Haufen habe ich noch nicht oft gesehen. Und das ist ja klar, überall begegnete einem der kürzlich verstorbene Papst in allen Varianten (Bilder Skulpturen usw), die man sich nur denken kann.
Am Tag darauf war die imposante Marienburg an der Reihe, wo auch schon unglaublich viel wieder restauriert wurde und immer noch wird.
So eine riesige Burganlage ist ziemlich einmalig in Europa, eigentlich ist ein Tag viel zu wenig um sich alles anzuschauen.
Donnerstag waren wir dann auf der Frischen Nehrung, die das Frische Haff von der Danziger Bucht trennt. Hier ist es wie überall in Touristenorten, Lädchen an Lädchen mit allerlei Krimskrams und Kitsch, den die Leute sich als Andenken mitnehmen sollen. Aber landschaftlich und vor allem geschichtlich ist die Ecke schon sehr beeindruckend.
Am Freitag sind wir zu einem Kanal gefahren, wo das Problem von Höhenunterschieden ganz witzig gelöst wurde. Dort gibt es "Rollberge" statt Schleusen. Mitten im Kanal befinden sich Erdwälle mit Schienen, die Schiffe werden in einen Trog gezogen und mit diesem über die Schienen auf die andere Seite gezogen. So was habe ich überhaupt noch nicht gesehen.
Anschließend waren wir dann noch zum Ausklang in Elbing etwas bummeln.
Wir haben sehr viel gesehen und erlebt und viele sehr freundliche Menschen getroffen. Von irgendwelchen Antipathien gegen uns als Deutsche haben wir nichts gemerkt im Gegenteil, die Polen waren uns gegenüber sehr hilfsbereit.
Aber die Männer sind dort nicht so attraktiv und charmant wie in der Türkei.
Die Hotels habe ich übrigens im Internet gefunden und gebucht, das war völlig problemlos.
So nun reichts, so lang sollte das gar nicht werden.