Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Hier könnt ihr über eure schönste Zeit des Jahres berichten.
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Sanicik

Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von Sanicik »

Hallo Ihr Lieben,

ich hatte ja schon vor zwei Tagen angefangen meinen Reisebericht zu schreiben, der aber leider aufgrund des Datenbankverlustes verloren gegangen ist … blond wie ich nun mal bin habe ich ihn natürlich auch nicht abgespeichert, also fange ich jetzt einfach noch mal an … ich glaub ich war noch nichtmal bis nach Bursa gekommen, oder?

Na egal, ich werde einfach noch mal in Antalya starten und hoffe einfach mal, dass ich niemanden damit langweilen werde … ich werde auch versuchen mich ganz kurz zu fassen.

21. April 2008 - Ankunft in Antalya:

Am Montag, den 21. April ging es für mich endlich wieder los Richtung Antalya und was für mich in dem Moment eigentlich noch viel schöner war: ich konnte endlich wieder meinen lieben Schatz, den ich seit dem 17. Februar - also bereits zwei Tage nach unserer Hochzeit - nicht mehr gesehen hatte, endlich wieder in die Arme schließen … und wir würden eine wunderschöne gemeinsame Woche vor uns haben, bevor er wieder zurück nach Afghanistan (Kabul) musste und ich ins graue Deutschland.

Aber da wollte ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht dran denken, der Abschied würde noch früh genug kommen.

Wie gesagt, ich flog also am 21. April nach Antalya und konnte es kaum abwarten endlich aus dem Flughafengebäude und meinem Schatz in die Arme zu stürzen …

Ich kam zwar pünktlich aber leider relativ spät in Antalya an, einen früheren Flug hatte ich leider nicht bekommen, und Männe wartete schon sehnsüchtig auf mich, den altersschwachen fahrbaren Untersatzes seines Cousins “im Schlepptau”, der uns dann auch recht gemächlich zu besagtem Cousin Umut und seiner Freundin Kristina brachte.

Es war schon spät und da wir am nächsten Morgen doch früh losfahren wollten - schließlich wollten wir noch vor dem nächsten Abend in Bursa sein und hatten außerdem für die Fahrt noch Zwischenstopps in Isparta, Afyon und Bozüyük eingeplant - blieben wir “zuhause” .. was sich allerdings in meinen Augen als fataler Fehler herausstellte, da sich die Raki-Flasche irgendwie immer wieder zu meinem Schatz schlich und er einfach nicht nein sagen konnte …

Gegen 3 Uhr morgens war die Flasche dann aber doch endlich geleert und mein Männe viel einfach nur ins Bett … keines vernünftigen Satzes mehr imstande zu sprechen und ich dachte mit Schrecken daran wie ich ihn in knapp 3 ½ Stunden aus seinem Vollrausch erwecken sollte …

22. April 2008 - auf nach Bursa!!

Wie kaum anders zu erwarten gewesen war mein Ibo kaum ansprechbar am nächsten Morgen … aber nach einem starken Kaffee und einer kalten Dusche bekam er wenigstens die Augen ein wenig auf und wir konnten mit ziemlicher Verspätung doch aufbrechen.

Aber er war kaum in der Lage zu sprechen und an Autofahren war natürlich gar nicht zu denken … also musste ich mich hinter das Lenkrad des alten Ford Taunus klemmen und mit dem altersschwachen Vehikel anfreunden, nachdem wir die Rückbank umgeklappt hatten und “Männe” ein halbwegs bequemes Lager eingerichtet hatten auf dem er sich ein wenig von dem Kater erholen konnte der ihn doch ziemlich heimsuchte … hehe (Schadenfreude ist ja doch die schönste Freude).

Er schaffte es sogar noch, mich aus Antalya hinauszulotsen bis zum Abzweig nach Isparta … da kam dann nur noch der Kommentar “Fahr einfach geradeaus, kannst es dann gar nicht verfehlen!” und er war nicht mehr gesehen … ich glaub er ist beim Sprechen schon wieder eingeschlafen und überließ mich nun meinem Schicksal.

Wenigstens hatte er Recht und es ging wirklich nur geradeaus Richtung Isparta durchs Gebirge … die Fahrt verlief besser als ich erwartet hätte, ich gewöhnte mich an den Wagen (oder er an mich … ), das Wetter war toll und ich freute mich schon auf den ersten Stopp am Karacaögren Stausee wo ich meinem Schatz noch mal Kaffee einflößen konnte und die wunderschöne Aussicht genießen konnte …

Nach einer halben Stunde ging es aber auch schon weiter, schließlich musste ich schon ein wenig Zeit rausholen die wir morgens durch den Kampf mit dem Kater verloren hatten … aber es lief wirklich gut, ich begann mir die Fahrweise der Türken anzugewöhnen, betätigte inzwischen auch mehr die Hupe als die Bremse wenn mir mal wieder einer auf meiner Spur entgegen kam und so erreichten wir wohlbehalten Isparta, die “Rosenstadt“.

Leider fuhren wir nicht nach Isparta rein sondern blieben auf der Umgehungsstrasse, wo auch “Onkelchen” mit Familie wohnte … dort wurden wir mit großen Hallo begrüßt, der Tisch bog sich unter den Leckereien und es war einfach schön, alle mal wieder zu sehen. Aber die Zeit drängte leider und so konnten wir nicht allzu lange bleiben, aber wir bekamen nun “Onkelchens” Auto, einen relativ neuen Passat … der allerdings einen kleinen Defekt hatte, wie sich später herausstellen sollte.

Mit Verpflegung für mindestens 3 Monate (schließlich könnten wir ja auf dem Weg nach Bursa elendig verhungern) machten wir uns wieder auf den Weg, die Katerstimmung gehörte nun auch langsam der Vergangenheit an und Ibo sang gutgelaunt auf dem Beifahrersitz alles mit, was das türkische Radio so hergab … was mich doch sehr erstaunte weil ich ihn zuhause doch nur als eingefleischten Hip-Hopper kannte dem kaum ein türkischer Satz geschweige denn ein türkisches Lied über die Lippen kam. Aber er sollte mich in der Woche noch einige Male überraschen …

Unser nächster Halt sollte nun Afyon bzw. Afyonkarahisar - die Opiumstadt - sein. Leider konnten wir uns keinen längeren Halt erlauben und so blieb es hier nur bei einem kurzen „Merhaba und Güle güle“ und ein Versprechen so bald wie möglich wieder zu kommen … und diesen Wunsch werden wir gerne erfüllen, denn das was ich von Afyon flüchtig sah gefiel mir schon sehr gut.

Die Hälfte unserer geplanten Tagestour hatten wir jetzt auch schon hinter uns, als nächster Stopp sollte noch Bozüyük auf dem Plan stehen, wo wir den Wochenmarkt besuchen wollten und natürlich auch mal kurz der dort lebenden Verwandtschaft einen Besuch abstatten wollten.

Gesagt - getan, also weiter Richtung Bozüyük, einem relativ kleinen Städtchen mit viel Charme und noch mehr Autos welche sich auf der Hauptverkehrsstraße mitten durch das Städtchen zwängten … und ich mitten drin. Ich schätze der Markt war irgendwo ziemlich genau in der Mitte und so brauchte ich „nur noch“ ganz in der Nähe einen Parkplatz suchen. Ein Ding der Unmöglichkeit!!! Von weitem sah ich schon den Markt, befand mich allerdings blöderweise auf dem linken Fahrstreifen und musste nun ganz rechts rüber um dort laut den Anweisungen meines lieben Mannes zu parken, wobei mir schleierhaft war wie ich den Wagen auf Schuhkarton-Größe zusammenfalten sollte um ihn in die von ihm gesichtete Parklücke zu bekommen die ungefähr die Größe eines Schuhkartons hatte.

Kurz gesagt ich streikte und machte einfach mal ungeachtet des Hupkonzerts hinter mir die Rundrumblinkanlage an … stieg aus und überließ es einfach mal dem ungezügelten türkischen Temperaments meines Angetrauten - das ich so sehr liebe!!! - die Situation noch halbwegs in den Griff zu bekommen. Hatte ich erwähnt, dass dem ganzen Schauspiel schon ein heftiger Disput im Auto vorangegangen war, der schon einige Neugierige angelockt hatte???

Unter den Blicken unzähliger Zuschauer durfte er sich jetzt natürlich keine Blöße geben und kurbelte den Wagen wirklich in die Parklücke … allerdings stand er nachher quer anstatt längs drin mit dem Heck auf dem Bürgersteig. Aber er stand und wir gingen Hand in Hand über den Markt als ob nichts gewesen wäre … trafen dort auch noch Cousin und Cousinchen irgendeines Verwandtschaftsgrades von ihm, kauften ganz gemütlich ein, tranken Cay, hatten viel Spaß und gingen dann seelenruhig zum Auto zurück, welches immer noch lieb und brav so stand wie wir es verlassen hatten … und es sollte auch die nächste halbe Stunde noch so stehen, es ließ sich nämlich nicht mehr öffnen.

Wir sind nämlich so eingeparkt worden, dass wir die Türen keinen Zentimeter mehr aufbekamen … aber wir hatten ja Zeit und so warteten wir einfach bis einer der Übeltäter kam, wobei ich merkte, dass Ibo während des Wartens immer ruhiger wurde … ein ganz gefährliches Anzeichen dafür, dass er kurz vor der Explosion stand.

Die ließ dann auch nicht lange auf sich warten, als ein netter älterer Herr seinen hinter uns parkenden Wagen wegfahren wollte … um es kurz zu machen, die beiden reagierten sich relativ schnell verbal ab und wir konnten unsere Fahrt Richtung Bursa fortsetzen.

Fortsetzung folgt ...
Sanicik

Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von Sanicik »

Weiter geht’s ...

Wir kamen endlich wohlbehalten aber auch hundemüde am Nachmittag in Bursa an ... und hier war ich nun wirklich froh, nicht selber fahren zu müssen. Bursa besteht so gut wie nur aus Einbahnstraßen (zumindest kam es mir vor) und wenn man hier mal einen Abzweig verpasst, dann ist man so gut wie verloren und muss eine komplette Stadtrundfahrt machen um dann dort zu landen wo man eigentlich hin wollte.

Aber auf diese Art und Weise bekam ich natürlich recht viel von Bursa zu sehen, konnte die denkmalgeschützten Häuser bewundern und natürlich den imponierenden Uludag, an den Bursa sich sozusagen „anlehnt“ bis wir schließlich doch den Seidenbasar mit der nahegelegenen „Grünen Moschee“ .. unser eigentliches Ziel in Bursa ... erreicht hatten.

Endlich konnten wir ein wenig ausruhen und das herrliche Wetter genießen, wir schlenderten über den Seidenbasar und guckten uns natürlich auch die Grüne Moschee an bis wir uns schließlich ziemlich fertig auf dem Platz vor dem Seidenbasar niederließen um die letzten Sonnenstrahlen noch einzufangen.

Wir genossen auch einfach mal die Zweisamkeit bis der Trubel abends wieder losgehen sollte, schließlich wollten wir ja noch bei Freunden übernachten die uns irgendwann an der Grünen Moschee „einsammeln“ wollten.

Aber wie sollte es auch anders sein, irgendwie hatten sie uns wohl komplett vergessen ... aber schließlich gibt es ja Handy und so kamen wir dann doch auf die tolle Idee sie dann mal gegen 20 Uhr anzurufen, es war inzwischen schon stockdunkel und wir wussten beide nicht wo wir eigentlich hin sollten.

Irgendwas war wohl bei der Planung schief gelaufen, offensichtlich hatten sie uns wohl erst an dem Feiertag – der am nächsten Tag war – erwartet und waren völlig überrascht dass wir schon da waren. Jetzt war natürlich ein wenig Spontanität und Organisationstalent gefragt um noch ein Quartiert für die Nacht zu bekommen.

Um 22 Uhr waren wir dann auch endlich irgendwo untergebracht, packten unsere Rucksäcke aus und sahen zu, dass wir uns endlich aneinanderkuscheln und ausruhen konnten, es war ein sehr anstrengender Tag gewesen ... aber zum Glück auch der einzige Tag mit einer derart langen Fahrtstrecke.

23. April – Weiter nach Istanbul!!

Pünktlich um 6 Uhr bimmelte schon wieder unser Wecker und um halb acht ging es schon wieder nach einer belebenden Dusche und einem reichhaltigen Frühstück los Richtung Istanbul.

In der Izmit-Bucht wollten wir gegen 10 Uhr mit der Fähre über den Bosporus setzen und wollten vorher keinen Stopp mehr einlegen. Die Strecke übernahm ich wieder, weil ich mich strickt geweigert hatte auch nur einen Meter in Istanbul zu fahren.

Wir kamen gut am Fähranleger an, mussten noch einen Moment warten und konnten dann auch gleich auffahren. Beim Auffahren machte unser Auto schon ganz merkwürdige Geräusche ... aber wir ignorierten sie ganz einfach mal, was sollte auch sein, schließlich war der Wagen in Ordnung und hatte bisher keine Mucken gezeigt.

Also gingen wir auf das Oberdeck und genossen den herrlichen Ausblick der sich uns bot als die Fähre langsam den Bosporus überquerte, legten in der Zeit ein zweites Frühstück ein und ließen uns bei schönstem Sonnenschein den Wind um die Nase wehen.

Kurz bevor die Fähre anlegte gingen wir dann wieder zum Auto zurück, setzten uns schon mal rein und wollten ihn dann anlassen als die Ausfahrt freigegeben wurde ... aber es tat sich nichts, es machte „klack“ und das war es dann ... da wir relativ weit vorne standen ging natürlich fast gar nichts mehr und so setzte auch relativ schnell ein wunderschönes Hupkonzert hinter uns ein, was aber auch nichts half. Unser Gefährt wollte einfach nicht mehr ...tja, aber wer seinen Wagen liebt der schiebt ja bekanntlich. Mit vereinten Kräften von einigen Fährbesatzungsmitgliedern schoben wir ihn also von Deck und da standen wir nun.

Da mein Schatz nun nicht so ganz unbegabt ist was das Beheben von technischen Defekten an irgendwelchen Autos ist machte er sich also daran alles durchzuchecken was nur irgendwie möglich war ... und bekam ihn tatsächlich wieder zum Laufen. Glücklich stiegen wir also wieder ein und konnten endlich Richtung Istanbul weiterfahren. Unsere Freude war allerdings nicht von allzu langer Dauer weil nach wenigen Kilometern ein durchdringendes Piepsen ertönte welches anzeigen wollte, dass die Türen nicht geschlossen seien.

Es kam uns zwar merkwürdig vor, weil wirklich alle Türen zu waren ... auch nachdem wir das Auto umrundet hatten und uns noch einmal vergewissert hatten. Das Piepsen hielt an und nervte auf Dauer ganz fürchterlich ... da half es auch nicht viel die Musik auf ohrenbetäubende Lautstärke zu stellen, was auch nicht gerade dazu beitrug unsere langsam aufsteigenden Aggressionen in Schach zu halten.

Als wir schon in den Vororten von Istanbul waren hielten wir es nicht mehr aus. Genervt hielten wir an und Ibo verschwand wieder halb im Motorblock, zupfte an irgendwelchen Kabeln rum, nahm dann ein Messer und schnitt einfach eins durch ... und endlich war Ruhe. Es brannte zwar immer noch ein Lämpchen dass die Türen geschlossen werden sollten aber dieses nervtötende Geräusch war endlich weg.

Bei schönstem Wetter kamen wir nun in der Istanbuler Altstadt an, suchten einen Parkplatz, was erstaunlicherweise gar nicht so schwierig war ... durch den „Kindertag“ war es recht ruhig was den Verkehr angeht, dafür war es umso voller im Topkapi.

Aber wir hatten zur Abwechslung mal richtig viel Zeit und so schlenderten wir von der Blauen Moschee zur Hagia Sophia und zum Topkapi ... das Hippodrom und der Deutsche Brunnen natürlich nicht zu vergessen.

Obwohl wir schon öfter in Istanbul gewesen sind und auch schon viel gesehen haben ist diese Stadt immer wieder faszinierend schön. Mit der Straßenbahn fuhren wir dann noch nach Eminönü zum Ägyptischen Basar aber dort suchten wir relativ schnell wieder das Weite, so „leer“ es auf den Straßen war, so überfüllt war es auf dem Basar und auf dem Platz vor der „Neuen Moschee“.

Schließlich suchten wir uns ein nettes Straßencafé und vertrödelten einfach ein bisschen die Zeit bis zum Abend wo wir noch zum Fischmarkt wollten und uns dort in der Nähe in einem Fischrestaurant mit weiterer Verwandtschaft treffen wollten wo wir auch die Nacht verbringen sollten

Gegen Abend machten wir uns dann auf den Weg Richtung Fischmarkt, gingen durch die Gasse mit den unzähligen Fischrestaurants ... überall erklangt Musik, es wurde gesungen und gelacht ... und fanden schließlich auch das Restaurant wo wir uns verabredet hatten.

Die Begrüßung war einfach wieder überwältigend, wir hatten uns alle so lange nicht gesehen und wir Zwei wurden von allen geherzt und beglückwünscht ... mit so vielen Leuten hatten wir nicht gerechnet, es waren um die 20 Personen da und das Stimmengewirr übertönte sogar noch die Musiker die in einer Ecke saßen. Aber schließlich wurde es doch ein wenig ruhiger, es wurde lecker gegessen und zum Abschluss ging die Raki-Flasche um.

Schließlich setzte die Musik auch richtig ein, der Halay wurde gespielt und die Ersten fingen an zu tanzen ... ganz spontan wurden die Tische zur Seite geschoben und die Runde bildete sich. Es war so schön .... ich fühlte mich endlich wieder zuhause und ich merkte oft wie Ibo mich ganz merkwürdig ansah ... ich wusste, dass er keinen großen Bezug zur Türkei hatte und dachte einfach er würde es einfach nicht verstehen, dass ich mich dort so wohl fühlte ... aber da hatte ich mich schwer getäuscht wie ich ein paar Tage später erfahren sollte.

Der Abend endete spät und erschöpft fielen wir nur noch ins Bett und schliefen wie die Babies bis zum nächsten Morgen ...
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Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von Janett »

weiter, weiter bitte...!

das liest sich super und ich bin gespannt auf weitere Erlebnisse...

Danke schonmal!

LG Janett
Sanicik

Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von Sanicik »

weiter geht's ;) ...

24. April – nächste Etappe bis nach Ayvalik

Wie inzwischen gewohnt standen wir wieder um 6 Uhr in der Frühe auf, packten alles zusammen, frühstückten noch schnell und um halb acht ging es wieder los ... erst mal Richtung Dardanellen, die wir bei Tekirdag mit der Fähre überqueren wollten.

Unsere Etappe sollte diesmal nur bis Ayvalik gehen und so hatten wir schon recht viel Zeit und brauchten nicht auf die Uhr zu schauen. Wir genossen es einfach durch die in voller Blüte stehenden Rapsfelder zu fahren und alle Eindrücke in uns aufzunehmen. Diese Gegend kannten wir beide noch nicht und so waren die Eindrücke einfach überwältigend schön, alles war grün und blühte, die Sonne lachte und es war angenehm warm.

So kam es, dass wir auch erst gegen Mittag an der Fähre ankamen und uns dann auch noch gemütlich die Zeit nahmen was zu essen. Schließlich fuhren wir auf die Fähre und gingen wieder an Deck, was allerdings nicht mehr so gut auszuhalten war wie auf der Hinfahrt, da es inzwischen ein wenig bezogen war und (gerade auf der Fähre) sehr windig war, so dass es manchmal nicht so einfach war einen festen Stand zu halten. Aber wir hatten uns warum genug angezogen, hielten uns gut an der Reling fest und blieben deshalb draußen um alles aufnehmen zu können.

Am anderen Ufer ging es diesmal zügig weiter für uns und wir fuhren in einem durch bis nach Canakkale was nicht weit war. Dort machten wieder einen kurzen Halt um auch dort einige liebe Menschen zu besuchen die wir länger nicht gesehen hatten

Unser nächster Stopp sollte dann Troja sein, wofür wir schon ein wenig Zeit eingeplant hatten ... welche wir enttäuschenderweise aber nicht brauchten.

Troja war sehenswert, keine Frage ... besonders wenn man noch nie dort war ... aber der Name verspricht leider mehr als dass er hält. Es gibt dort ein nachgebautes „Trojanisches Pferd“ und natürlich die Ausgrabungen Schliemanns, die allerdings durch Plünderungen und Zerstörungen sehr gelitten haben. Es wird allerdings viel für die Erhaltung getan und die geografische Lage von Troja ist natürlich sehr schön und man kann von dem Hügel aus sehr weite Teile der näheren Umgebung sehen. Leider hatten wir auch das Pech, dass es sehr diesig war und auch die Weitsicht ein wenig eingeschränkt war.

Auf jeden Fall haben wir einen schönen Spaziergang durch die Ruinen gemacht, haben uns alles angeguckt und sind danach dann ganz in Ruhe nach Ayvalik gefahren, wo wir die nächste Nacht verbringen wollten.

Wie inzwischen gewohnt wurde auch diese Nacht mal wieder mehr oder weniger zum Tage gemacht und mehr als vier Stunden Schlaf bekamen wir auch diesmal nicht ...

25. April – Kusadasi wir kommen!!

An Ausschlafen war natürlich wieder nicht zu denken ... gerade weil wir für diesen Tag ein volles Programm eingeplant hatten. Zuerst sollte es nach Bergama (Pergamon) gehen, von dort nach Izmir, weiter nach Selcuk nach Ephesos und von dort zu unserer nächsten Übernachtungsstelle – nach Kusadasi.

Aber ich werde von Anfang an erzählen ... auch auf die Gefahr hin, dass es langsam langweilig wird ...

Wie gewohnt starteten wir wiedermal um halb acht und waren darum relativ früh im alten Pergamon (jetzt: Bergama) wo wir auch gleich die antike „Stiege“ hochkletterten um uns alles anzugucken.

Es war schon imponierend wie gut erhalten diese alten Ausgrabungen sind, wir schauten uns den Trajan-Tempel an und auch das Theater aus dem 3. Jahrhundert, welches wir durch einen recht schmalen Gang kletternderweise erkundeten. Den Pergamonaltar sahen wir auch noch ... und dann sahen wir zu, dass wir relativ schnell zum Auto zurückkamen.

Wir hatten nicht bedacht, dass der Wind so kalt sein würde zwischen den alten „Gemäuern“ und wir waren völlig durchgefroren als wir wieder im Auto waren ... aber es hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Leider sollte sich unsere Leichtsinnigkeit was das Wetter anging am nächsten Tag böse bei mir rächen.

Und weiter ging es nun Richtung Izmir, war durch eine neue Umgehungsstraße sehr gut zu befahren war ... wir waren auf jeden Fall froh, dass wir nicht mit dem Auto mitten durch Izmir durchmussten.

Hier stand mal wieder nur ein relativ kurzer Stopp an ... und eigentlich war ich auch ganz froh darüber. Wir waren inzwischen den 4. Tag ununterbrochen unterwegs und hatten kaum Zeit uns mal richtig auszuruhen, wurden von den Eindrücken fast völlig erschlagen und hatten kaum Zeit für uns.

Es ging also weiter Richtung Selcuk wo wir dann zu Mittag aßen und es uns natürlich auch nicht nehmen ließen uns eins der sieben Weltwunder des Altertums (oder besser gesagt das, was davon übrig geblieben war) anzugucken: die Überreste des Artemis-Tempels ... wobei der Storch, der auf dem besagten Überrest nistete offensichtlich mehr Aufmerksamkeit bekam als das Weltwunder selbst. Aber sollte man sich schon angucken, wenn man mal in der Gegend ist ...

Weiter ging die Tour nun nach Ephesos .. und der Anblick dieser Ausgrabungen entschädigte uns voll und ganz für die bisherigen Strapazen die wir hinter uns hatten.

Es war einfach unbeschreiblich schön ... wir sahen die restaurierte Celsus-Bibliothek, gingen über die Marmorstraße, schauten uns das gigantische Theater an und natürlich die Reliefe welche originalgetreu wieder aufgebaut wurden.

Zudem lachte die Sonne dazu, so dass wir uns recht lange dort aufhielten bis wir schließlich hinter dem Ausgang in einem Cafè noch eine Stärkung zu uns nahmen um dann weiterzufahren nach Kusadasi wo wir schon erwartet wurden.

Wir verbrachten den Abend gemütlich auf dem Balkon, lauschten dem Meeresrauschen, aßen und tranken mal wieder gut ... und wiedermal kamen wir viel zu spät ins Bett.

Fortsetzung folgt ;) ...
Sanicik

Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von Sanicik »

26. April – es geht nach hause ... nach Denizli

Am nächsten Morgen erlebte ich eine böse Überraschung, der Wind in Pergamon hatte mir wohl doch ziemlich zugesetzt, ich wachte mit Schüttelfrost, Fieber und einem Schädel wie ein Rathause auf ... mir war schwindelig und ich konnte weder etwas essen noch trinken.

Dabei hatte ich mich ganz besonders auf diesen Tag gefreut, weil es nun endlich nach Denizli gehen würde, wo Ibo’s nächste Verwandtschaft einschließlich seiner Lieblingscousine Ilayda wohnt, die er liebevoll „crazy sista“ nennt ... und die Bezeichnung trifft auch voll und ganz zu ...

Es nutzte aber nun alles nichts, wir mussten weiter ... und so verpackte mein Schatz mich liebevoll ins Auto, so dass ich es bequem hatte, packte mich mit Decken zu und kümmerte sich während der Fahrt ständig um mich.

Wegen mir mussten wir nun doch auch einige Zwischenstopps einlegen, kamen aber trotzdem zügig voran und machten eine letzten Halt kurz vor Denizli an einem Olivenhain. Hier wollten wir ein wenig länger bleiben und einfach mal ausruhen, eine Kleinigkeit essen soweit es mir möglich war und den schönen Tag genießen.

Ibo suchte ein schönes Plätzchen, was nicht mehr von der Straße aus einzusehen war ... bepackt mit Decken, den eingepackten Leckereien und zu Trinken machte er sich auf den Weg während er mir strengstens verbot auch nur einen Schritt alleine zu tun geschweige denn auch nur den Hauch einer Kleinigkeit zu tragen ... also wartete ich brav am Auto bis er wieder kam.

Ich kam mir schon fast vor wie ein Invalide als er mich dann zu dem Plätzchen führte, was er für uns ausgesucht hatte ... aber ich war auch froh, als wir endlich da waren, ich mich wieder hinlegen konnte, mich an ihn kuscheln konnte und einfach die Augen wieder im Halbschatten eines Olivenbaumes zumachen konnte. Es war so schön, meinem Schatz so nah zu sein und seiner Stimme zu lauschen wie er leise sang und mich dabei fest ihm Arm hielt.

Fast wäre ich eingeschlafen als er mich plötzlich fragte: „Könntest Du Dir vorstellen hier zu leben?“ und spontan ohne zu überlegen war meine Antwort „Ja!“ ... eigentlich war der Sinn der ersten Frage noch gar nicht so richtig bei mir angekommen als er schon weiterfragte: „Könntest Du Dir auch vorstellen mit mir hier zu leben?“ ... und jetzt war ich völlig wach. Was für eine Frage, wenn nicht mit ihm, mit wem denn wohl sonst .. ?

Aber in dem Bewusstsein, dass diese Frage nicht ernst gemeint sein konnte – er hatte mir immer gesagt, dass er nicht in der Türkei leben wollte, seine Heimat sei Deutschland – antwortete ich mehr scherzhaft wieder mit einem JA. Als ich Ibo dann aber in die Augen sah merkte ich, dass er nicht wie sonst immer den Schalk im Nacken hatte ... er sah mich völlig ernst an und kein Lachen verzog sein Gesicht, was ihm normalerweise sehr schwer fällt.

Ich bin selten jemandem begegnet, der soviel Lebensfreude und Fröhlichkeit ausstrahlt ... und sein Lachen ist einfach ansteckend, er schafft es immer wieder mir auch in den unmöglichsten Situationen ein Lächeln abzugewinnen. Aber auch diesen Blick den ich jetzt sah kannte ich ... so hatte er mich angesehen als er vor mir saß und mich fragte ob ich ihn heiraten wolle ... es war ihm also sehr ernst!!

Mein Schatz ist immer für eine Überraschung gut obwohl er auch immer sehr bedacht handelt, er ist jemand der mit beiden Beinen voll im Leben steht und nie überstürzt handeln würde ... gerade darum war ich völlig überrascht.

Er musst also schon länger darüber nachgedacht haben .. wie lange er schon mit diesem Gedanken spielte erfuhr ich dann allerdings erst am nächsten Tag. Aber gerade vor dem Hintergrundwissen, dass ihn nichts für immer in die Türkei ziehen würde wurde ich nun schon ein wenig nachdenklich.

Aber er wollte tatsächlich für immer mit mir in die Türkei gehen und zwar nach Denizli, in die Stadt die ich so sehr liebe ... und die auch bei ihm immer wieder Heimatgefühle hervorruft, wie er mir dann erzählte. Was er aber dann sagte, ließ mir die Tränen in die Augen schießen: „Da wo Du bist ist meine Heimat, mit Dir bin ich überall zuhause!“

Und obwohl es mir an diesem Tag so schlecht ging war es der bisher schönste Urlaubstag für mich ... es konnte kaum noch besser werden.

Ibo hatte wirklich schon geplant, weil er sich ganz sicher gewesen ist, dass ich nicht nein sagen würde ... sobald sein Jahr in Afghanistan um ist würden wir Ende diesen Jahres für immer nach Denizli gehen. Er würde kündigen und sich mit Hilfe seines Vaters eine Existenz in der Touristikbranche in Denizli aufbauen ... alles war schon durchdacht und finanziell abgesichert.

Ich bräuchte mir überhaupt keine Sorgen machen ... was ich auch keine Sekunde tat, schließlich kannte ich Ibo und seinen Perfektionismus inzwischen zur Genüge. Ich weiß ich kann ihm blind vertrauen, genauso wie seiner Familie, die immer hinter uns stehen würde.

Es hört sich jetzt bestimmt alles ziemlich nüchtern an ... aber wir redeten und planten die ganze Zeit bzw. Ibo erzählte mir was er so alles geplant hatte und freuten uns wie die Kinder ... wir zwei ganz alleine.

Aber schließlich wollten wir unsere Freude über unsere gemeinsame Zukunft auch endlich mit jemandem teilen und so rief er seine Tante, Onkel und natürlich seine „heißgeliebte“ Ilayda an, die wohl nur noch auf sein Signal gewartet hatten, denn nur 20 Minuten später kam Ilayda schon laut rufend und schrill wie immer auf uns zugestürmt. Sie ist wirklich ganz speziell, ist mir ihren knapp 25 Jahren völlig flippig ... zum Leidwesen ihrer Eltern.

Sie ist aber so liebenswert dass man ihr gar nicht böse sein konnte. Sie hatte lange bei Ibo und seinen Eltern gewohnt bevor sie vor 2 Jahren wieder zurück gegangen ist, darum haben die beiden auch ein eher geschwisterliches Verhältnis ... und sie sind sich darüber hinaus sowohl äußerlich als auch von ihrer Art her sehr ähnlich, darum mag ich die „Kleene“ wohl auch so ...

Schließlich fuhren wir dann zu ihr und ihren Eltern, wo ich mich leider gleich hinlegen musste .. ich konnte einfach nicht mehr und wollte nur noch schlafen.

Ich hörte aber noch lange Ibo’s glückliches Lachen und das fröhliche Gejauchze von Ilayda.

27. April – Abschied von Denizli und Rückfahrt nach Antalya

An diesem Morgen konnten wir endlich mal ein bisschen länger schlafen ... na ja, wenn man halb acht als lange bezeichnen möchte ... und erstaunlicherweise ging es mir bedeutend besser als am Tag zuvor, ich war zwar noch wackelig auf den Beinen aber zumindest war das Fieber weg und ich hatte keinen Schüttelfrost mehr.

Völlig entspannt und zur Abwechslung ohne Hetze konnten wir auf dem Balkon bei schönstem Sonnenschein frühstücken, zusammen mit Onkelchen, Tantchen, „Sista“ und wir zwei. Das Haus steht von Onkelchen steht in einem Außenbezirk von Denizli und rundum standen noch einige Rohbauten die noch in Arbeit waren.

Eins davon stand relativ nah, hatte auch schon einen weißen Anstrich, das Dach war schon gedeckt aber man sah, dass es noch nicht ganz fertig war. Bis Ibo mich fragte, ob ich nicht Lust hätte mir, mir das mal anzugucken ... schließlich müssten wir ja nun auch langsam wissen wie unser gemeinsames Zuhause aussehen solle und da könnte man ja bestimmt ein paar Ideen sammeln ... hatte es mich eigentlich nicht sonderlich interessiert.

Aber warum nicht, gucken konnten wir ja mal ... also gingen wir nach dem Frühstück auf die Baustelle auf das Häuschen zu, es hatte außer dem Erdgeschoss noch zwei Etagen und in der ersten Etage einen Balkon ... rundherum war noch ziemlich Wildnis. Zielstrebig ging Ibo darauf zu und öffnete einfach die schon vorhandene Eingangstür ... na ja, war schon komisch aber ich dachte mir nichts weiter dabei, schließlich kenne ich die Gepflogenheiten nicht wie es in der Türkei aussieht mit Betreten von Rohbauten ... also folgte ich ihm einfach mal.

Es befand sich wirklich noch alles im Rohbau aber man konnte schon erkennen dass das gesamte Erdgeschoss wohl zu einer Wohnküche werden sollte, es war ein großer Raum mit einer Säule in der Mitte und dann ging eine Treppe nach oben zu den übrigen Geschossen ... nun wollte ich aber nicht weiter vordringen, ein bisschen mulmig wurde mir nun schon.

Also gingen wir wieder raus und standen nun vor diesem Haus als ich merkte, dass mein Schatz sich kaum noch ein Grinsen verkneifen konnte und als er dann noch ganz unschuldig fragte, ob es mir gefallen würde klingelte es langsam bei mir ...
Sanicik

Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von Sanicik »

.. so langsam dämmerte es mir, dass es nicht irgendein Haus war welches wir uns da gerade angeguckt hatten ... es war UNSER Haus!!!

Mit erheblichen Mühen hatte Ibo es fertig gebracht alles aus Kabul aus zu organisieren und zu planen .. natürlich mit Hilfe von Papa aus Deutschland und Onkel in Denizli ... und auch er sah jetzt zum ersten Mal das Ergebnis seiner Bemühungen. Aber die größte Mühe hatte er offensichtlich damit gehabt, sich nicht zu verplappern und allen Eingeweihten einzuimpfen auch nur ein Sterbenswörtchen mir gegenüber zu erwähnen. Die Überraschung war ihm gelungen, ich hatte mit viel gerechnet in diesem Urlaub aber nicht damit ...

Jetzt hielt mich natürlich nichts mehr zurück, jetzt wollte ich es auch komplett einmal besichtigen nachdem auch Ilayda rennenderweise zu uns gestoßen war ... wie gut konnte ich mir bei ihr vorstellen, wie schwer es ihr gefallen war absolut dicht zu halten, wo sie doch schneller als der Schall war wenn es darum ging Neuigkeiten zu verbreiten.

Zu dritt stürmten wir also nun unser neues Zuhause und standen dann gleich – wie ich schon vermutet hatte und wie Ibo es nun auch erklärte – in unserem zukünftigen Wohnzimmer, welches sogleich in den Essbereich und den Küchenbereich übergehen sollte.

Der Boden sollte weiß gefliest werden und um die Säule in der Mitte des großen Raumes sollte sich eine Marmortreppe „schlängeln“, welche das momentane Provisorium ersetzen sollte. Neben dem Küchenbereich gingen zwei Stufen hoch und dort war ein kleinerer Raum abgeteilt ... ein kleines Badezimmer, dort vorbei war noch eine Tür die auf der anderen Seite des Hauses wieder hinausführte, eben in den noch nicht vorhandenen „Gartenbereich“

Über die provisorische Stiege kletterten wir nach oben in die nächste Etage, auf der sich drei abgeteilte Räume – der Größte mit dem Balkon – noch ein Badezimmer und ein quadratischer Vorraum befand von dem die Räume abgingen. Es sollten Gäste- und Arbeitszimmer werden.

In der nächsten Etage ganz oben unter dem Dach sollte unser ganz persönlicher Bereich sein, unser offenes Schlafzimmer welches sich über die ganze Etage ziehen sollte, nur durch zwei Stützwände noch aufgelockert.

Ich konnte es mir zwar noch nicht so ganz vorstellen, wie es alles aussehen sollte (und kann es immer noch nicht) aber ich kam mir einfach vor wie in einem Traum ... alle groben Planungen würde Ibo jetzt noch übernehmen, was die Raumaufteilung, Treppe, Boden und Verputz betraf ... die Organisation der Einrichtung sollte dann mein Part werden.

Und alles sollte bis Ende des Jahres komplett fertig sein ... dann würden wir endlich ein eigenes gemeinsames Zuhause haben und könnten uns eine gemeinsame Zukunft aufbauen.

Mit dieser Perspektive verbrachten wir den bisher wohl für uns glücklichsten Tag dieses Urlaubs noch bis Nachmittags in Denizli, bis wir dann schweren Herzens aufbrechen mussten Richtung Antalya.

Wir machten noch einen Halt wieder in Isparta, wo wir das Auto wieder wechseln mussten und wo natürlich auch alle Bescheid wussten was Ibo mir so lange verschwiegen hatte ...

Mit dem altersschwachen Taunus ging es nun doch nicht mehr ganz so zügig weiter aber schließlich legten wir noch einen Halt am Karacaögren Stausee ein um Abends gemütlich in Antalya anzukommen, wo Umut und Kristina uns schon erwarteten.

Unser letzter gemeinsamer Abend war angebrochen und so war die Stimmung doch ein wenig gedrückter. Um kurz vor 13 Uhr sollte mein Flieger nach Düsseldorf zurück gehen und mein Schatz flog am Nachmittag nach Kabul zurück.

Eine sehr anstrengende aber ereignisreiche und wunderschöne Woche war schon wieder um ... und wir versuchten einfach nicht an den Abschied am nächsten Tag zu denken.

Aber es nutzte alles nichts, auch dieser Abend war irgendwann zuende und wir gingen schlafen

28. April – Trennung und Abflug nach Deutschland

Obwohl die Sonne am nächsten Morgen lachte kam bei uns keine wirklich gute Stimmung mehr auf ... nur noch wenige Stunden und wir müssten uns wieder für drei lange Monate trennen, erst dann würden wir uns wiedersehen können.

Nachdem wir uns traurig von Kristina verabschiedet hatten fuhr Umut uns zum Flughafen, wobei Ibo erst 4 Stunden nach mir fliegen würde ... aber wir wollten die Zeit bis zu meinem Abflug noch zusammen verbringen.

Um 11 Uhr checkte ich ein und dann kam eine kleine Überraschung ... mein Flieger hatte zwei Stunden Verspätung!!!

Während wird jubelten dass wir noch zwei Stunden mehr für uns hatten schauten uns die übrigen Passagiere völlig ungläubig an ...

Na ja, aber auch diese geschenkten zwei Stunden dauerten nicht ewig und so mussten wir uns dann schließlich doch voneinander trennen ... und trotz unserer wunderschönen gemeinsamen Zukunft die nun vor uns lag rollten die Tränen ...

Am Nachmittag landete ich schließlich im verregneten und kalten Deutschland ... was natürlich wunderbar zu meiner Stimmung passte.

Auf jeden Fall war ich ganz froh, dass ich noch eine Woche frei hatte bevor ich mich wieder in die Arbeit stürzen musste, die Zeit brauchte ich auch einfach um alles auch nur ansatzweise ein wenig zu begreifen was passiert war.


So Ihr Lieben, das war’s also ... ich habe wirklich versucht mich kurz zu halten und hoffe mal, dass es nicht trotzdem zu langatmig war.

Liebe Grüße,

Sandra

P.S.: Bilder folgen nächste Woche!!!!
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forganna
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Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von forganna »

Hey Sandra,

Jetzt hab ich mich mal durchgekämpft ;) Danke, für den tollen langen Bericht. Habt ihr ja ne Menge erlebt. Wieso ist dein Mann denn in Afghanistan? Wenn ich das richtig verstehe lebt er doch mit dir hier in D, oder? Sorry, wenn ich zu neugierig gewesen sein sollte.

Ich würd gern Bilder von dem glücklichen Ehepaar sehen :) Und von eurer Reise, bin ich schon gespannt drauf....

Liebe Grüße
Ella
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Sanicik

Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von Sanicik »

Hallo Ella,

freut mich, dass mein Bericht Dir gefallen hat ;) ... und Du bist nicht zu neugierig. Habe ich wohl alles ein wenig verworren geschrieben :oops ... sorry.

Ibo lebt in Deutschland, wir leben aber noch nicht zusammen, weil er für ein Jahr in Afghanistan auf Montage ist ... wir wollten erst Ende des Jahres zusammenziehen sobald er wieder hier ist. Was sich aber nun erledigt hat, da wir gemeinsam nach Denizli gehen werden :roll:

Wenn noch Fragen sind, dann frag ruhig!!

Liebe Grüße,
Sandra
Daniela
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Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von Daniela »

Hallo liebe Sandra

Wow das war ja eine Woche und was für Neuigkeiten ( :?: ) Du da hast.... Aber vielleicht habe nur ich nicht mitgekommen, dass ihr zwei geheiratet habt, dann kann ich nur sagen, willkommen im Club! :sirit :halkis
Das ist nicht schön, dass Dein Ibo wieder zurück nach Afganistan gehen musste, aber eure Zukunft hört sich ganz ganz ganz toll an!

Ich wünsche Dir, dass diese drei Monate ganz schnell rum sind und dass ihr endlich zusammen sein könnt in Denizli :D

öptüm,
Daniela
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forganna
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Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von forganna »

Sanicik hat geschrieben:Hallo Ella,

freut mich, dass mein Bericht Dir gefallen hat ;) ... und Du bist nicht zu neugierig. Habe ich wohl alles ein wenig verworren geschrieben :oops ... sorry.

Ibo lebt in Deutschland, wir leben aber noch nicht zusammen, weil er für ein Jahr in Afghanistan auf Montage ist ... wir wollten erst Ende des Jahres zusammenziehen sobald er wieder hier ist. Was sich aber nun erledigt hat, da wir gemeinsam nach Denizli gehen werden :roll:

Wenn noch Fragen sind, dann frag ruhig!!

Liebe Grüße,
Sandra
Hallo Sandra,

Find das toll wie du das Erlebte berichtest, du kannst es richtig schön in Worte fassen, das gefällt mir :klasse

Was für eine Montage macht er denn in Afghanistan? Hast du da nicht große Sorgen um Ibo? Wie lang seid ihr denn schon zusammen und wie lang ist er von der Zeit weg? Das ist ja hart, du arme...Irgendwie schein ich eure Geschichte überlesen zu haben oder du hast sie nie so erzählt, deshalb frag ich jetzt mal frech ;) :)

Na in die TR zu ziehen klingt doch toll. Wo ist den Denzili? Hab ich noch nie von gehört. Ich glaub ich hab heut meinen neugierigen Tag :sirit Nicht böse sein :) Find das toll, dass ihr zwei euch gefunden habt und jetzt so konsequent eure Zukunft plant!

Liebe Grüße
Ella
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Sanicik

Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von Sanicik »

Hallo Ihr Zwei ;) ,

nein, Ihr habt nichts verpaßt oder nicht gelesen .. ich habe es hier nicht erzählt, dass ich überraschend geheiratet habe und selbst von Ibo wußten nur die Wenigsten hier :oops

@Daniela - Du warst glaub ich eine der wenigen, denen ich schon letztes Jahr von Ibo erzählt habe, oder? Na ja, nach unserer zugegebenermaßen schwierigen Anfangszeit haben wir doch schnell zusammengefunden und haben doch kurzentschlossen geheiratet, obwohl wir ja beide am Anfang total dagegen waren ... gebranntes Kind scheut ja bekanntlich das Feuer :oops ... es ist für mich ja inzwischen das dritte Mal und für ihn auch schon der zweite Versuch ... und hoffentlich für uns beide auch ein Entschluß für die Ewigkeit.

@Ella - wie gesagt, es wußte hier niemand, dass ich geheiratet habe ;) ... ich kenne Ibo nun seit fast zwei Jahren und kurz danach sind wir nach einigem Hin und Her auch zusammengekommen ... er wohnt leider auch nicht gerade bei mir um die Ecke ... es liegen knapp 350 km zwischen uns. Also lief es Anfangs schon wieder auf eine Fernbeziehung hinaus.

Er ist seit Anfang 2007 ständig auf Montage als Dipl.-Ing. der Elektrotechnik für Starkstromelektrik ist er eben gefragt und die deutsche Firma wo er arbeitet schickt ihn eben durch die Gegend ... anfangs war er ein paar Wochen in China, hat es dort aber nicht ausgehalten und durfte zurückkommen, dann war er lange in Antwerpen und eben seit Januar in Kabul, was mir schon ziemlich Sorgen macht, ist ja nicht gerade ruhig dort :not . Wenn ich so in der Presse höre, was da so los ist wird mir schon immer ganz anders :bilmem ... darum bin ich auch heilfroh wenn er es Ende des Jahres dort endlich hinter sich hat.

Denizli ist eigentlich relativ klein und ist bei Pamukkale und Hierapolis, liegt im Gebirge und ist eigentlich auch bekannt für seine Thermalquellen. Es ist nicht an der Küste, aber trotzdem wunderschön ... und außerdem ist es nicht allzu weit bis nach Antalya. Wir waren im letzten Jahr relativ oft dort und ich freu mich einfach riesig bald für immer dorthin zu gehen!!

Ich hoffe ich habe jetzt alle Unklarheiten beseitigt :8 ... wenn nicht, einfach weiterfagen ;) !!!

Liebe Grüße,

Sandra
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Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von mandy »

Hallo Sandra,

erstmal herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit :-) Ich wünsche euch lebenslanges Glück und vor allem einen tollen Neustart in der Türkei.

Liebe Grüße,Mandy
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Re: Unsere verspätete Hochzeitsreise … 2. Versuch ;)

Beitrag von forganna »

Hi Sandra,

hab hier länger nimmer gelesen, deshalb antworte ich dir erst jetzt ;)

Achso jetzt versteh ich das mehr und mehr, hatte schon gesucht, ob ich eure Liebesgeschichte überlesen hatte oder so in der Area ;) Konnte da aber nichts finden, deshalb meine Neugierde ;)

Dann drück ich euch die Daumen, dass dein Mann bald ganz bei dir sein kann und ihr ein schönes neues Leben in Denizli anfangen könnt.....

Liebe Grüße
Ella
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